Etwa 70 % des Donaudeltas stehen heute als Biospärenreservat unter Schutz. Die Einrichtung solcher Reservate geht auf eine Initiative der UNESCO zurück. Dabei geht es nicht um Naturschutz im klassischen Sinne, sondern darum, Natur und menschliche Bedürfnisse in Einklang zu bringen.

Um dem Natur- und Artenschutz Genüge zu tun, gelten im rumänischen Teil vier Schutzkategorien. Viele der am strengsten geschützten Kernzonen dürfen gar nicht oder nur mit Auflagen betreten werden. Es sind Biotop-/Artenschutzgebiete der Kategorie IV der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources). Dazu gehören u.a. die Brutkolonien der Rosa- und Krauskopfpelikane und wichtige Rastplätze für Zugvögel. Diese Gebiete machen allerdings nur etwa 10% des Deltagebietes aus. Darum herum sind Pufferzonen eingerichtet, in denen menschliche Eingriffe nur unter strengen Auflagen erlaubt sind. In Renaturierungszonen versucht man Sünden der Vergangenheit wieder rückgänging zu machen, z.B. durch Flutung ehemals eingedeichter Gebiete. In den Wirtschaftszonen darf Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft betrieben werden. Sie machen ungefähr die Hälfte (!) des Biospärenreservats aus.

 

Das Donaudelta ist ein Refugium für seltene und bedrohte Vogelarten:

Krauskopfpelikan RO 2010_06_14 DDFT 0056 Dobrudscha U

Braunsichler RO 2010_06_19 DDFT 0673 Donaudelta U

Rotfußfalke RO 2010_06_16 DDFT 0368 Donaudelta U

Der Krauskopfpelikan gilt weltweit als vom Aussterben bedroht, doch scheinen sich seine europäischen Bestände zu stabilisieren.

30% der europäischen Braunen Sichler brüten im Donaudelta.

Die Bestände des Rotfußfalken nehmen weltweit ab, vor allem aufgrund des Verlustes seines Lebensraum.

 

Das Ökosystem des Deltas ist weiterhin bedroht. Vieles begann schon in den 1960iger Jahren mit dem Bau von Dämmen zur Schaffung von Ackerflächen bzw. von Kanälen für die Schifffahrt. Noch im Jahr 2004 begann die Ukraine mit dem Ausbaggern einer Fahrrinne zum Schwarzen Meer. Erst nach hartnäckigen Protesten der EU und der Rumänischen Regierung wurde das Projekt 2007 auf Eis gelegt, doch viele Naturgebiete waren bereits zerstört. Durch solche Baumaßnahmen gehen Überschwemmungsgebiete verloren und der Abfluss des Wassers wird beschleunigt. Dadurch reduziert sich die reinigende Wirkung durch die Vegetation, vornehmlich durch die Schilfgebiete, so dass sich die Wasserqualität verschlechtert. Der Eintrag an Düngemitteln und Pestiziden tut sein Übriges. Die Schaffung von landwirtschaftlichen Flächen erwies sich im Übrigen als völlig unsinnig, denn die Böden versalzen in dem kontinentalen Klima mit sehr warmen (“heißen”) Sommern binnen kürzester Zeit.

Eine weitere Bedrohung für die einzigartige Natur sind die Schadstoffe, die die Donau auf ihrem langen Lauf durch viele Länder des östlichen Europas aufnimmt. Diese reichern sich im Deltasediment an.

Wilderei bedroht vor allem Enten- und Gänsebestände. Das illegale Elektrofischen kann innerhalb eines Gebietes jegliches Leben abtöten. Unkontrolliertes Abbrennen von Schilf, um mehr Lebensraum für Fische zu schaffen, ist ein weiteres Umweltproblem. Und nicht zuletzt sollte steng darauf geachtet werden, dass der Tourismus, der eine große Chance für die Region ist, auch naturverträglich stattfindet.

 

 

Kurzer Abriss der Geschichte des Naturschutzes im Donaudelta:

1938

Ausweisung des Letea Waldes - auf einer Insel im Delta gelegen - als Naturreservat

1990

Ausweisung Biospärenreservat Donaudelta in Rumänien

http://www.ddbra.ro/en

1991

Aufnahme des Donaudeltas in Liste der Feuchtgebiete von Internationaler Bedeutung gemäß der Ramsar-Konvention.

https://rsis.ramsar.org/ris/521

1993

Aufnahme in die Liste UNESCO-Welterbe

http://whc.unesco.org/en/list/588/

1993

Rumänien weist das Donaudelta als “Naturschutzgebiet von nationaler und internationaler Bedeutung” aus

1998

Ausweisung Biospärenreservat Donaudelta in der Ukraine

2000

Grüner Korridor des WWF  http://www.wwf.de/themen-projekte/projektregionen/donau/donau-delta/

Rumänien, Bulgarien, Moldawien und die Ukraine verpflichteten zur Renaturierung der Feuchtgebiete im Verlauf der etwa 1000 Kilometer langen unteren Donau, wodurch das größte grenzüberschreitende Schutzgebiet und Renaturierungsvorhaben in Europa entstand.

2006

Konferenz zum Donaudeltas der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD) in Odessa zum Schutz des Donaudeltas

http://www.icpdr.org/main/

2007

Das Biospärenreservat Donaudelta wird Teil des Projekts „Danubeparks“ - Schutz und Renaturierung der Ökosysteme entlang der Donau - ein Teil “Natura 2000”  Programms der Europäischen Union nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. 

http://www.danubeparks.org/?park=1

http://de.wikipedia.org/wiki/Natura_2000

2007

Einstufung des Donaudeltas als Important Bird and Biodiversity Area (IBA) durch Birdlife International

http://www.birdlife.org/datazone/sitefactsheet.php?id=24400

Lokaler BirdLife Partner ist die Romanian Ornithological Society (SOR) http://www.sor.ro/

Allgemeine Infos zu IBA: https://de.wikipedia.org/wiki/Important_Bird_Area

2007-2009

Landschaft des Jahres durch die Naturfreunde Internationale

http://www.nfi.at//index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=19&Itemid=71

 

 

 

 

 

 

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Donaudelta & Dobrudscha

Schutzstatus

Rosapelikan RO 2010_06_15 DDFT 0181 Dobrudscha U

Rosapelikane        Foto Ulrike Wizisk