Etwa auf der Höhe der Stadt Tulcea, die oft als das “Tor zum Donaudelta” bezeichnet wird, beträgt der mittlere Wasserdurchlauf der Donau rund 7000 m³ pro Sekunde, wobei er bei Niedrigwasser auf nur 2000 m³ absinken und bei Hochwasser sogar um 25000 m³ betragen kann. Bei der Einmündung ins Meer wird die Strömungsgeschwindigkeit abgebremst. Das hat zur Folge, dass sich Sand und Ton, welche die Donau auf ihrem Lauf durch halb Europa “eingesammelt” und transportiert hat, sich nun absetzen. Das Schwarze Meer hat keinen nennenswerten Tidenhub und auch keine ausreichenden Strömungen um die anfallenden Sedimente wegzutransportieren, so dass sich im Mündungsbereich ein Schwemmkegel ausbildet, der sich immer weiter in das Meer vorbaut. Der Fluss muss sich schließlich einen Weg durch die eigenen Ablagerungen bahnen und teilt sich dabei in dem flachen Gelände in immer kleinere Arme auf.

Etwa auf der Höhe von Tulcea spaltet sich die Donau in drei große Arme (Karte). Der nördliche, der Chiliaarm, ist der wasserreichste  und mit 116 km auch der längste. Er bildet die Grenze zur Ukraine. Der Sulinaarm verläuft ziemlich in der Mitte des Deltas von Ost nach West. Er wurde in der zweiten Hälfte des 19 Jh. begradigt und wird auch heute noch ständig ausgebaggert. Er ist die Hauptschifffahrtsstraße zum Schwarzen Meer. Der südliche Sfântu-Gheorghe-Arm ist ziemlich naturbelassen und mäandriert stark.

Zwischen diesen großen Flussarmen breiten sich unzählige Seitenarme aller Größe aus. Teilweise verlieren sie sich in Sumpfgebieten mit dichtem Bewuchs und bilden so das größte zusammenhängende Riedgebiet Europas. Das Schilf bildet lokal schwimmende Inseln. An an anderen Stellen verbreitern sich die Wasserwege zu großen Seen, auf denen sich im Sommer große Teppiche aus Wasserpflanzen ausbilden, willkommene Nistplätze für Seeschwalben.

Die teils natürlichen, teils aber auch künstlich angelegten Dämme entlang der Flussarme sind mit Bäumen und Buschwerk bewachsen. Auch gibt es Sandbänke, die teilweise größere Flussinseln bilden; die bedeutendste ist Letea zwischen dem Sulina- und dem Chiliaarm.

 

Die großen Ökosysteme innerhalb des eigentlichen Deltas (Bilder anklicken für weitere Infos):

 RO 2011_04_17 DD11-1 140 Donaudelta U

 RO 2010_06_16 DDFT 0346 Donaudelta U

Letea RO 2011_04_18 DD11-1 168 Donaudelta U

Sumpf-/Riedgebiete und Seen

Flussarme und Deiche

Letea und andere Flussinseln

 

Fotos Ulrike Wizisk

 

 

Quellen und Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Biosphärenreservat_Donaudelta

Ein rumänisches Schülerprojekt über das Donaudelta: http://carolin.ro/carolin/tulcea/donaudeltaprojekt/index.html

UNESCO World Heritage Danube Delta

Birdlife Country Profile Romania  / Important Bird Areas Romania

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Donaudelta & Dobrudscha

Das eigentliche Delta

Rosapelikan RO 2010_06_15 DDFT 0181 Dobrudscha U

Rosapelikane        Foto Ulrike Wizisk