Dort, wo die Fließgeschwindigkeit des Donauwassers am geringsten ist und das Wasser nur wenig tief, breitet sich Sumpfvegetation aus, die dominiert wird von Schilfrohr, Rohrkolben und Binsen. Diese dichte Vegetation öffnet sich bei größerer Wassertiefe zu offenen Seen innerhalb des Deltas. Im Sommer sind diese teilweise von dichten Teppichen aus Schwimmblattpflanzen bedeckt, auf denen Seeschwalben ihre Brutkolonien anlegen. Überhaupt bieten die sehr unterschiedlichen Habitate auf engem Raum Lebensraum für eine reiche Tierwelt, vor allem für viele Vogelarten. Auf dem offenen Seen sieht man Reiher, Löffler, Sichler, Pelikane und Taucher. Das Ried ist der Lebensraum der Rohrsänger, auch Rohrammer und Bartmeise sind hier zu Hause. Rohrweihen gaukeln über dem Schilf.

Mehr zur Vogelwelt in der Donaudelta-Region hier

* Fotos mit “Sternchen” sind nicht im Donaudelta aufgenommen

Weißbart-Seeschwalbe RO 2010_06_16 DDFT 0437 Donaudelta U

Weißbart-Schwalben-Nest mit einem Ei auf einem Teppich von Wassernussblättern: Übergabe eines Brautgeschenks

Foto Ulrike Wizisk   

Seidenreiher RO 2010_06_16 DDFT 0413 Donaudelta U

Braune Sichler und ein Seidenreiher bei der Nahrungsuche im flachen Wasser  - Fotos Ulrike Wizisk          

Das Schilfrohr (Phragmites australis) wächst in langsam fließenden Zonen des Deltas, wo das Wasser nicht viel tiefer als ein Meter ist. Die sich teilweise kilometerweit ausdehnenden Röhrichtbestände bremsen ihrerseits die Fließgewindigkeit und fangen viel Sediment ein, was zur Verlandung beiträgt. Rohrkolben (Typha) sieht man weit weniger im Delta, er denn bevorzugt sehr langsam fließende Standorte, kann aber noch in Wassertiefen bis zwei Meter gedeihen. Beide Pflanzenarten können mehrere Meter hoch wachsen. Binsen (Juncus) sind nicht so groß und bilden “Grasbüschel” von maximal einen Meter Höhe. Sie wachsen auf nur sehr flach unter Wasser stehenden Standorten, die auch zeitweise trocken fallen dürfen.

Schilfrohr RO 2010_06_16 DDFT 0365 Donaudelta U

Schilfrohr RO 2011_04_19 DD11-1 178 Donaudelta U

Links: Schilfrohr “frisch” im Sommer; rechts: im Frühjahr - Fotos Ulrike Wizisk          

Schilf und Binsen bilden mit ihren Wurzeln ein dichtes, sehr stabiles Gewebe. Starke Strömungen bei Hochwasser können zusammenhängende Teile dieses Pflanzendickichts losreisen, die dann als schwimmende Schilfinseln („Plaur”) herumtreiben und auch noch weiter wachsen. Sie können sich verankern und zur Verlandung beitragen.

 

Schwanenblume HU 2013_06_09 FZ200 U 036

Die Schwanenblume (Butomus umbellatus) ist eine typische Pflanze der Schilfröhrichte.

 

* Foto Ulrike Wizisk

 

Seerosen (Nymphaea) wachsen in der Schwimmblattzone der offenen Wasserflächen in langsam fließenden Bereichen. Dort bilden sie bis zum im Frühsommer große, dichte Teppiche, auf denen gerne die Weißbartseeschwalben nisten.

 RO 2010_06_17 DDFT 0465 Donaudelta U

Weißbart-Seeschwalbe RO 2010_06_18 DDFT 0540 Donaudelta U

Weiße Seerose (Nymphaea alba) und Weißbart-Seeschwalbe (Chlidonias hybrida)  - Fotos Ulrike Wizisk          

Gelbe Teichrose HU 2013_06_09 FZ200 U 035

Die Gelbe Teichrose (Nuphar lutea) ist eibenfalls ein Vertreter der Schwimmblattzone mit nicht allzu starker Strömung. Sie gedeiht auch noch bei Wassertiefen bis zu vier Metern.

 

* Foto Ulrike Wizisk

 

Wassernuss RO 2010_06_17 DDFT 0479 Donaudelta U

Die Wassernuss (Trapa natans) sein fand man früher auch in den Altwässern und Teichen der wärmeren Teile Mitteleuropas, wo sie aber ausgestorben ist. In Osteuropa kommt sie dagegen lokal noch häufig vor und bildet im Donaudelta große geschlossenen Teppiche, auf denen sich oft Seeschwalbenkolonien ansiedeln. Sie bevorzugt eher langsam fließende Bereiche.

 

Foto Ulrike Wizisk

 

 RO 2010_06_18 DDFT 0561 Donaudelta U

Die Europäische Seekanne (Nymphoides peltata) findet man flachen, schlammreichen Regionen des Deltas mit fast stehendem Wasser. Auch ihre Teppiche dienen Seeschwalben oft als Nistgrundlage.

 

Foto Ulrike Wizisk

 

Krebsschere RO 2010_06_18 DDFT 0629 Donaudelta U

Die trichterförmigen Rosetten der Krebsschere (Stratiotes aloides) ragen im Sommer aus dem Wasser, im Spätherbst sinkt die Pflanze auf den Grund des Gewässers. In Deutschland steht die Pflanze auf der Liste der bedrohten Arten, im Donaudelta bildet sie dichte Bestände in ruhigen, flachen Zonen.

 

Foto Ulrike Wizisk

Quellen und Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Biosphärenreservat_Donaudelta

Ein rumänisches Schülerprojekt über das Donaudelta: http://carolin.ro/carolin/tulcea/donaudeltaprojekt/index.html

UNESCO World Heritage Danube Delta

Birdlife Country Profile Romania  / Important Bird Areas Romania

 

 

 

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Donaudelta & Dobrudscha

Ried / offene Seen

Rosapelikan RO 2010_06_15 DDFT 0181 Dobrudscha U

Rosapelikane        Foto Ulrike Wizisk