Das Hauptverbreitungsgebiet der Flaumeiche ist das südliche Europa bis nach Kleinasien und zum Kaukasus. Nördlich der Alpen gibt es nur inselartige Vorkommen in Regionen mit trocken-warmem Klima. Außer im Kaiserstuhl gibt es Flaumeichenwälder z.B. im Schweizer Jura, im Oberelsaß, in der Rheinebene und am Mittelrhein, im Saaletal bei Jena und im Nationalpark Unteres Odertal.

Diese Vorkommen sind als Relikte der nacheiszeitlichen Wärmeperiode (6000–1000 v.Chr.) zu sehen, während der sich viele Pflanzen aus dem Mittelmeergebiet nach Norden ausbreiteten.

Flaumeiche D 2012_05_25 Kaiserstuhl U G12 033 Liliental

 

Am Büchsenberg bei Achkarren steht der wohl attraktivste und am einfachsten zu besuchende Flaumeichenwald des Kaiserstuhls unter Schutz.

Es gibt aber noch weitere Standorte, so im Naturschutzgebiet Bitzenberg und am Lehrpfad am Limberg.

 

 

 

 

 

Flaumeichenwald am Büchsenberg    Foto Ulrike Wizisk 

 

Flaumeiche D 2012_05_25 Kaiserstuhl H 7D 030  Büchsenberg

 

Die Flaumeiche ist ein eher kleiner Baum der max. 25 m Wuchshöhe erreicht und dann etwa 60 cm dick ist. Oft ist er krummwüchsig.

 

Die Borke ist dick, stark zerklüftet und längsrissig.

 

Flaumeichen können bis 500 Jahre alt werden.

 

 

 

 

 

Borke der Flaumeiche    Foto Ulrike Wizisk 

 

Flaumeiche D 2012_05_25 Kaiserstuhl U G12 036 Liliental2

 

 

 

Die Triebe, Knospen und Blätter sind anfangs filzig-flaumig behaart (Name!).

 

 

 

Die mit bis 15 cm  langen Blätter stehen wechselständig und sind tiefbuchtig gelappt.

 

 

 

Flaumeiche D 2012_05_25 Kaiserstuhl U G12 034 Liliental2

 

Blätter der Flaumeiche    Fotos Ulrike Wizisk 

 

 

Flaumeichenblätter sind auf ihrer Unterseite heller und flaumig-weich (Name!). 

 

Die Blüte ist von April bis Mai, die Eicheln sind im Oktober reif.

 

 

 

D 2012_05_25 Kaiserstuhl H 7D 018_1

Die typische Nutzung der Flaumeichenwalder im Kaiserstuhl war der Niederwaldbetrieb. In Abständen von 15-25 Jahren wurden alle Bäume in einem Bereich gefällt. Die neue Waldgeneration wuchs dann auf natürliche Weise durch Ausschläge aus den verbliebenen Stöcken. Dieses Vorgehen schuf eine abwechslungsreiche Waldlandschaft mit Zonen unterschiedlichen Baumalters und temporären Lichtungen. Die Artenvielfalt im Unterwuchs war groß. Nach Einstellung der Niederwaldnutzung alterten die Wälder, Lichtungen verschwanden, die Artenvielfalt nahm ab. Heute werden durch Pflegemaßnahmen am Büchsenberg wieder Freiflächen geschaffen, so dass sich z.B. die Bestände des seltenen Diptams wieder erholen konnten.

 

Diptam im Flaumeichenwald Büchsenberg   Foto Helmut Wizisk 

Diptam D 2012_05_25 Kaiserstuhl U 7D 021 Büchsenberg

 

Der Diptam (Dictamnus albus), gehört zur Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Wie auch die Flaumeiche ist er eher im südlichen Europa verbreitet. In Mitteleuropa ist die Pflanze nur auf Lichtungen in Trockenwäldern warmer Gebiete zu finden, und zwar auf kalkhaltigen und stickstoffarmen Böden.

Mehr zum Diptam hier

 

Diptam im Flaumeichenwald Büchsenberg   Foto Helmut Wizisk 

 

 

Quellen und weiterführende Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Flaumeiche

http://www.lehrpfad.de/051nat.htm

http://www.wikiwallis.ch/index.php/Flaumeichenw%C3%A4lder

http://www.dbu.de/123artikel29344_1038.html

 

 

 

 

TERRAblick Schriftzug Banner1

Kaiserstuhl

Flaumeichenwald

D 2012_05_22 Kaiserstuhl U 7D 053 Bickensohl
D 2012_05_25 Kaiserstuhl U 7D 017 Liliental

Fotos Ulrike Wizisk