Eichgasse D 2012_05_22 Kaiserstuhl H 7D 032 Eichgasse

Eichgasse bei Bickensohl, ein Lösshohlweg     Foto Helmut Wizisk

 

Der Kaiserstuhl ist vulkanischen Ursprungs und geologisch gesehen noch sehr jung, denn der Vulkanismus war hier vor 19-16 Millionen Jahren aktiv, also im Zeitalter des Miozäns (Tertiär bzw. Neogen). Er stand im Zusammenhang mit den tektonischen Bewegungen im Rheintalgraben und einer weiteren großen Störungszone der Erdkruste, in deren Kreuzungsbereich sich der Kaiserstuhl befindet. Durch Risse und Spalten gelang Magma an die Erdoberfläche, teilweise gab es auch explosive Eruptionen. Heute kann man keine vulkanischen Aktivitäten mehr verzeichnen, sie gelten als erloschen.

Von den im Kaiserstuhl vorkommenden Vulkangesteinen ist vor allem der Karbonatit bemerkenswert, der einen hohen Anteil an Calcit (Kalk) hat. Es ist eines der seltensten Gesteine der Erde. Interessant ist auch der Phonolith, der “Klangstein”, der beim Anschlagen mit dem Hammer einen hellen Ton erzeugt. Musiker können daraus Xylophon-ähnliche Instrumente bauen.

Ein Großteil des Kaiserstuhls ist von Löss überdeckt. Dieses Lockergestein entstand während der Eiszeiten in solchen Perioden, als große Gebiete eisfrei aber ohne Vegetation waren. Der überwiegend aus Südwesten kommende Wind blies vornehmlich aus den Flussablagerungen des Rheintals feinkörniges Sediment (z.B. trockenen Schlamm) aus und transportierte es über weite Strecken. Am Kaiserstuhlgebirge wurde der Wind sozusagen “ausgebremst” und das Material im Windschatten wieder abgelagert. Teilweise sind diese Lössschichten über 30 Meter mächtig. Da die feinen Sedimentpartikel beim Transport durch den Wind nicht abgenutzt wurden, haben sie eine eckige Struktur. Sie “verhaken” sich gegenseitig und verleihen dem Sediment eine hohe Standfestigkeit, weshalb sich steile, oft senkrechte Wände ausbilden können.

Tiefe Hohlwege entstanden durch die Wegenutzung, denn ist erst einmal die Oberfläche der Lössablagerungen durch Risse und Vertiefungen zerstört, bietet das lockere Sediment der Erosion (Abtragung) durch Regenwasser nur noch wenig Widerstand. Die weitere Nutzung der Wege verstärkte den Prozess stetig.

Oft kann man an Lösswänden rostfarbige Streifen erkennen, die sich in Zeiten mit verminderter Sedimentanlieferung bildeten, als Verwitterung und Bodenbildung einsetzte. In diesem Zuge wurde Kalk aus dem Löss ausgewaschen und hinterließ den Lösslehm. Der Kalk setzte sich weiter unten im Boden als knollenartige Gebilde ab, die “Lösskindel”.

Lössböden sind aufgrund hoher Porosität und Wasserspeicherfähigkeit sehr fruchtbar und werden im Kaiserstuhl intensiv landwirtschaftlich genutzt. Durch die Einsatz von Planierraupen beim Weinbau verliert der Boden allerdings viel von seinen positiven Eigenschaften.

 

Lösskindel D 2012_05_22 Kaiserstuhl U 7D 030 Eichgasse

Löss D 2012_05_23 Kaiserstuhl U 7D 004 Liliental

Lösskindel   Foto Ulrike Wizisk

Lösswand im Liliental     Foto Ulrike Wizisk

 

Quellen und weiterführende Links:

http://www.wanderwege.bickensohl.com/index.html

http://www.kaiserstuhl.eu/Natur/loess.htm

http://www.rainer-olzem.de/143.html

http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/kaiserstuhl-loess-hohlwege.html

 

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Kaiserstuhl

Geologie

D 2012_05_22 Kaiserstuhl U 7D 053 Bickensohl
D 2012_05_25 Kaiserstuhl U 7D 017 Liliental

Fotos Ulrike Wizisk