Die Naturschätze des Kaiserstuhls lassen sich vor allem in den zahlreichen Naturschutzgebieten entdecken. Die meisten umfassen artenreiche Trockenrasen mit vielen Orchideen und angrenzendem Buschland. Ebenfalls landschaftliche Kleinode Flaumeichenwälder und die Lösshohlwege. Kein “echtes” Schutzgebiet, aber wegen seiner vielgestaltigen Landschaft unbedingt als Exkursionsziel zu empfehlen ist das forstliche Versuchsgelände Liliental.

In Naturschutzgebieten nicht die Wege verlassen! Erstens ist es verboten, zweitens ist es nicht sinnvoll, da ansonsten alles zertrampelt wird (Orchideen!) und drittens ist es auch nicht nötig, denn man kann von den Wegen genug beobachten, schauen und fotografieren. Auch außerhalb der NSG sollte man sich vorsichtig bewegen und nichts “kaputt machen” oder stören. Wir leben in einem dicht besiedelten Land und der Besucherdruck ist überall groß.

 

Hier eine Auswahl interessanter Exkursionsgebiete:

Salbei D 2012_05_24 Kaiserstuhl U 7D 021  Badberg

 

NSG Amolterer Heide

Die Amolterer Heide ist das älteste Schutzgebiet im Kaiserstuhl. Leider wird heute ein Großteil der Fläche weinbaulich genutzt und der ehemalige Trespen-Halbtrockenrasen ist Salbei-Gatthaferwiesen gewichen. Interessant ist das Gebiet für Orchideenfreunde: Affen-, Brand- und das Kleine Knabenkraut kommen vor. Auch Schmetterlinge fliegen reichlich. Im Buschland brütet der Neuntöter.

 

Salbeiblüte     Foto Ulrike Wizisk 

 

unbenannt D 2012_05_24 Kaiserstuhl U G12 001 Badberg

NSG Badberg und Haselschacher Buck

Das  Schutzgebiet  liegt nördlich  der Straße Oberbergen-Bötzingen bei Vogtsburg; Parkmöglichkeit am  Ostausgang von Oberbergen oder auf dem Wanderparkplatz “Badloch” zwischen Oberbergen und Vogtsburg. Beim “Badloch” gibt es einen kleinen Karbonatit-Steinbruch. Hier und entlang des Talweges kann man gut Smaragdeidechsen beobachten. Die völlig entwaldeten Bergkuppen sind von blütenreichen Halbtrockenrasen bedeckt. Teilweise gibt es “Buschland”, stellenweise ist auf felsigem Grund ein Volltrockenrasen ausgebildet   (z.B. beim “Aufstieg” vom Parkplatz bei Oberbergen).

Foto Ulrike Wizisk 

Flaumeiche D 2012_05_25 Kaiserstuhl U G12 036 Liliental

 

NSG Bitzenberg

Typische “Kaiserstuhlvegetation” mit Trockenrasen und Flaumeichenwald.

 

 

 

 

 

Flaumeiche     Foto Ulrike Wizisk 

 

D 2012_05_25 Kaiserstuhl H 7D 026  Büchsenberg1

 

NSG Büchsenberg

Der Büchsenberg ist einer der wenigen bedeutenden Flaumeichenwald-Standorte in Deutschland. Eine Besonderheit ist das Vorkommen von Diptam.

Vom Wanderparkplatz an der Straße von Niederrotweil  nach Achkarren ist das Gebiet durch einen Lehrpfad mit Schautafeln erschlossen.

 

 

 

 

 

Diptam    Foto Helmut Wizisk 

Eichgasse D 2012_05_22 Kaiserstuhl H 7D 033 Eichgasse

 

Eichgasse und weitere Lösshohlwege

bei Bickensohl

Die wenigen nach der letzten Flurbereinigung verbliebenen Hohlwege sind heute ein Naturdenkmal.

Das Auto in Bickensohl abstellen, der Beschilderung folgen bzw. Wanderkarte zu Hilfe nehmen!

 

Eichgasse bei Bickensohl     Foto Ulrike  Wizisk 

 

Mantis

 

NSG Steinbruch Niederrotweil

Großer Steinbruch in Phonolit (vulkanisches Gestein), der nur von Juli bis Dezember betreten werden darf, denn hier brüten Uhus! Auf dem steinigen Boden (Volltrockenrasen/Felsbiotop) siedeln Sukkulenten und Pionierpflanzen wie Thymian, Dost, diverse Gräser, Wegwarte; teilweise auch Busch- und Baumbewuchs (viele Brombeeren). Interessant ist das Vorkommen der Blauflügeligen und Rotflügeligen Ödlandschrecke, sowie der Schönschrecke. Auch die Gottesanbeterin kann man hier beobachten.

Gottesanbeterin    Videobild ©  Wizisk 

D 2012_05_23 Kaiserstuhl U G12 009 Liliental

 

Forstliches Versuchsgelände Liliental

Das Gelände gehört zur “Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg”, ist aber für jeden zugänglich und ein beliebtes Erholungs- und Wandergebiet. Neben interessanten einheimischen und exotischen Baumarten (Mammutbäume!) kann man hier auch wunderschöne Orchideenwiesen bewundern. Ausgewiesene Wanderwege erschließen das Gebiet.

 

Mammutbäume    Foto © Ulrike Wizisk 

 

NSG Erletal

Das Schutzgebiet im nordöstlichen Kaiserstuhl bei Endingen wurde vor allem wegen seiner Feuchtwiesen und des Davall-Seggen-Quellmoores (Caricetum davallianae) eingerichtet. Hier kommt auch das Breitblättrige Wollgras vor (Rote-Liste-Art), dazu viele Orchideenarten (u.a. Breitblättriges Knabenkraut, Sumpf-Stendelwurz).

Zusätzlich zu den Feuchtbiotopen umfasst das Schutzgebiet auch noch Halbtrockenrasen.

 

NSG Hochberg

Auf dem Gebiet der Gemeinde Sasbach am Kaiserstuhl stehen vorwiegend Halbtrockenrasen unter Schutz, die von Gehölzen umgeben sind.

 

NSG Limberg mit wissenschaftlichem Lehrpfad

www.lehrpfad.de

Auch in vielen anderen Gemeinden im Kaiserstuhl gibt es interessante Lehrpfade mit Informationstafeln zu Natur, Weinbau und Geschichte.

Siehe auch hier:

http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/kaiserstuhl-wandern-natur.html

 

NSG Oberberger Scheibenbuck

Trockenrasen angrenzend an Rebanlagen und Wald, auch ein kleines Felsbiotop mit Volltrockenrasen.

Das Gebiet ist am besten mit einer Wanderung vom Waldparkplatz bei Oberrotweil aus zu erreichen (Wanderkarte erforderlich!)

Quellen und weiterführende Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserstuhl_%28Gebirge%29

http://kaiserstuhl.net/

http://www.bund.net/themen_und_projekte/biologische_vielfalt/wiesen_weiden/wissenswertes/wiesentypen/

 

 

 

 

 

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Kaiserstuhl

Exkursionsgebiete

D 2012_05_22 Kaiserstuhl U 7D 053 Bickensohl
D 2012_05_25 Kaiserstuhl U 7D 017 Liliental

Fotos Ulrike Wizisk